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Die grösste Lüge über guten Sex – und was Paare wirklich brauchen


Paar beim Sex im Schlafzimmer, der Mann ist auf der Frau, sie wirkt abgelenkt und schaut auf ihr Smartphone – Symbolbild für fehlende Intimität, abnehmende Leidenschaft und Kommunikationsprobleme in Langzeitbeziehungen
© Foto von ROMAN ODINTSOV

Es gibt eine Lüge, die giftiger ist als jede andere, wenn es um Sexualität in Beziehungen geht.

Eine Lüge, die Paare lähmt, zerstört und am Ende auseinanderbringt.


Die Lüge lautet:


👉 „Guter Sex passiert automatisch, wenn man sich wirklich liebt.“


So viele Menschen halten daran fest. Weil es romantisch klingt. Weil es uns in Filmen, Serien und Songs eingetrichtert wird. Weil wir glauben wollen, dass alles leicht sein müsste, wenn wir „den Richtigen“ gefunden haben.


Doch diese Vorstellung ist nichts anderes als Selbstbetrug.



Warum die grösste Lüge über Sex fast jede Beziehung zerstört


Wir wachsen mit Geschichten auf, die nichts mit der Realität zu tun haben, die sogar die grösste Lüge über Sex verstärken:


  • In Filmen reicht ein einziger Kuss, und die Leidenschaft hält ein Leben lang.

  • Auf Social Media zeigen Paare nur ihre Highlights – nie die Flauten, nie die Unsicherheiten.

  • In unserer Gesellschaft wird Sex immer noch entweder idealisiert oder tabuisiert.


Das Problem: Wir vergleichen uns mit Illusionen.

Und je mehr wir glauben, dass „alles von allein klappen“ müsste, desto tiefer wird die Frustration, wenn es nicht so ist.



Die Wahrheit: Leidenschaft stirbt nicht – sie wird erstickt


In meiner Arbeit mit Paaren höre ich ständig Sätze wie:

  • „Wir lieben uns wirklich, aber im Bett läuft fast nichts mehr.“

  • „Ich habe Angst, dass etwas mit mir nicht stimmt.“

  • „Wir schweigen, weil es zu schmerzhaft ist, darüber zu reden.“


Und genau hier wird klar: Das Problem ist nicht der fehlende Sex. Das Problem ist das Schweigen, das die Lüge erzeugt.


Paare warten darauf, dass Leidenschaft von selbst zurückkommt – und merken nicht, dass sie ihr eigenes Feuer ersticken, weil sie nichts tun.



Was Paare wirklich brauchen


Die Wahrheit ist unbequem, aber befreiend:

Erfüllter Sex entsteht nicht automatisch. Er entsteht, wenn Paare bewusst investieren.


1. Kommunikation statt Schweigen


Wenn du glaubst, dein Partner sollte „von allein wissen“, was du brauchst – dann belügst du dich selbst. Niemand kann Gedanken lesen.


👉 Sag, was dich wirklich erregt.

👉 Sprich aus, was dich frustriert.

👉 Hab den Mut, deine Fantasien zu teilen.


Nur Worte schaffen Klarheit. Nur Klarheit schafft Nähe.



2. Zeit und Raum statt Zufall


Viele Paare warten, dass Sex „spontan“ passiert. Rate mal: Er passiert nicht.

Zwischen Kindern, Job und To-do-Listen stirbt Leidenschaft, wenn ihr ihr keinen Raum gebt.


👉 Plane Intimität. Nicht aus Zwang, sondern aus Wertschätzung.

👉 Macht Abende heilig, die nur euch gehören.

👉 Schafft Rituale, die Nähe einleiten.


Leidenschaft entsteht dort, wo ihr bewusst Platz für sie macht.



3. Neugier statt Routine


Nichts tötet Lust schneller als immer wieder derselbe Sex. Viele Paare leben jahrelang denselben Ablauf – und wundern sich, dass die Energie weg ist.


👉 Stell dir vor, du würdest jeden Tag das gleiche Gericht essen. Würde es dir irgendwann noch schmecken?

So ist es auch im Bett.


Neugier bedeutet nicht, alles auf den Kopf zu stellen. Es bedeutet, euch immer wieder neu zu entdecken.


Frage dich:

  • Wann habt ihr euch zuletzt überrascht?

  • Wann habt ihr einfach gespielt – ohne Ziel, ohne Druck?

  • Wann warst du zuletzt neugierig auf die Seele und den Körper deines Partners?



Technik ist nicht die Lösung


Viele suchen nach Tipps, Stellungen, Pornos oder „Tricks“, um Sex aufregender zu machen. Doch Technik ist zweitrangig.


Die entscheidenden Fragen lauten:

  • Fühle ich mich sicher genug, mich wirklich hinzugeben?

  • Kann ich meinen Körper geniessen, ohne mich zu verurteilen?

  • Bin ich beim Sex präsent – oder nur in Gedanken woanders?


Sex ist nicht das, was du tust. Sex ist, wie sehr du wirklich da bist.



Unterschiedliche Lustniveaus – das Tabu in Beziehungen


Einer will mehr, der andere weniger – ein Klassiker.

Und doch machen die meisten Paare daraus ein stilles Drama.


👉 Der eine fühlt sich abgelehnt.

👉 Der andere fühlt sich unter Druck gesetzt.


Statt darüber zu reden, ziehen sich beide zurück. Und das Schweigen frisst die Beziehung auf.


Unterschiedliche Lustniveaus sind normal. Aber sie sind nur dann lösbar, wenn ihr ehrlich miteinander sprecht – ohne Schuld, ohne Vorwürfe, ohne Opferhaltung.



Und das ist nur der Anfang


Alles, was ich hier beschreibe – fehlende Kommunikation, fehlender Raum, Routine, unterschiedliche Bedürfnisse – ist nur ein Auszug.


Sexualität ist so viel komplexer. Sie wird beeinflusst von:

  • deiner Erziehung und den Tabus, mit denen du gross geworden bist

  • deinem Körper, der sich im Laufe des Lebens verändert

  • Stress, Druck und ungelösten Konflikten

  • Verletzungen aus deiner Vergangenheit

  • gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbildern


Wenn du also glaubst, dass „nur bei euch“ etwas nicht stimmt – lass dir eins sagen: Du bist nicht allein. Und es ist nicht zu spät.



Liebe allein reicht nicht


Vielleicht denkst du jetzt:

„Aber sollte Liebe nicht leicht sein?“

„Muss ich wirklich arbeiten, damit Sex erfüllend bleibt?“


Meine Antwort: Ja.


Denn Liebe ist kein Garant für Leidenschaft.

Und Sex ist kein Automatismus.


Wenn du glaubst, dass Liebe allein reicht, um guten Sex zu haben – dann belügst du dich selbst.

Doch wenn du den Mut hast, Sexualität bewusst zu gestalten, wirst du etwas erleben, das viele nie erfahren: tiefe Nähe, echte Leidenschaft und eine Beziehung, die lebendig bleibt.


Deine Daniela

Coach & Mentor für Liebe, Beziehung & Sexualität


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