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Immer den Falschen lieben – Beziehungsmuster erkennen & ändern

Aktualisiert: 1. Sept. 2025


Zerreissendes Papierherz als Metapher dafür, warum wir uns immer wieder in den falschen Partner verlieben.
© Kelly Sikkema, unsplash

Ein vertrauter Schmerz: Immer den Falschen lieben


Vielleicht kennst du das: Du schwörst dir nach der letzten schmerzhaften Beziehung, dass es diesmal anders wird. Und doch – Monate später sitzt du da, mit gebrochenem Herzen, enttäuscht, weil du dachtest: „Diesmal habe ich endlich den Richtigen gefunden.“


Warum passiert das so oft? Warum fühlen wir uns magisch zu den Menschen hingezogen, die uns nicht guttun?


Die Antwort ist schmerzhaft – und gleichzeitig befreiend:

Es liegt nicht am Zufall. Es liegt an unseren unbewussten Mustern.


Diese Muster zeigen, warum wir immer den Falschen lieben, obwohl wir uns eigentlich etwas anderes wünschen.


Die unsichtbare Macht der Kindheit


Beziehungsmuster entstehen nicht im Erwachsenenalter, sondern in unseren ersten Lebensjahren. Die Art, wie deine Eltern oder Bezugspersonen mit dir umgegangen sind, prägt dein Bild von Liebe bis heute.


  • Hast du gelernt, dass Nähe unsicher ist? Dann fühlst du dich vielleicht später von emotional distanzierten Menschen angezogen.


  • Wurdest du als Kind nur „geliebt“, wenn du brav warst oder etwas geleistet hast? Dann suchst du dir Partner, die dich immer wieder deine „Genügsamkeit“ beweisen lassen.


  • Hattest du wechselhafte Eltern – mal liebevoll, mal kalt? Dann kann es sein, dass du in Beziehungen das Drama brauchst, weil dir Beständigkeit fremd wirkt.



👉 Das nennt man in der Psychologie den Bindungsstil. Er ist wie ein unsichtbares Drehbuch, das deine Entscheidungen lenkt – bis du es bewusst änderst.



Die Psychologie der Anziehung: Warum wir den „Falschen“ spannend finden


Viele Menschen sagen: „Ich kann nichts dafür, wen ich attraktiv finde.“

Stimmt teilweise – aber das ist nicht Schicksal, sondern geprägte Chemie.


Drei unsichtbare Kräfte, die dich immer den Falschen lieben lassen:


  1. Vertrautheit fühlt sich wie Liebe an

    Dein Unterbewusstsein sucht nicht das, was dich glücklich macht, sondern das, was du kennst. Auch wenn es schmerzt.

  2. Die Sehnsucht nach Heilung

    Wir verlieben uns oft in Menschen, die uns an alte Wunden erinnern – in der Hoffnung, sie diesmal „heilen“ zu können.

  3. Intensität statt Sicherheit

    Viele verwechseln Drama, Eifersucht und emotionale Achterbahn mit „echter Leidenschaft“. Doch Leidenschaft ohne Sicherheit ist nur ein Feuer, das schnell verbrennt.



Typische Muster – erkennst du dich wieder?


Um deine eigenen Beziehungsfallen zu durchschauen, hilft es, typische Muster zu kennen:


  1. Das Retter-Syndrom

    Du fühlst dich magisch zu Menschen hingezogen, die „Probleme“ haben. Du willst sie retten – in Wahrheit aber hoffst du, dadurch deine eigene Wertlosigkeit zu heilen.

  2. Die emotionale Achterbahn

    On/Off-Beziehungen, Eifersucht, Drama – du bist süchtig nach dem Hoch und Tief, weil es sich lebendig anfühlt.

  3. Die Angst vor Nähe

    Du ziehst Menschen an, die sich nicht festlegen wollen. Tief in dir selbst hast du genauso Angst vor echter Nähe – und so vermeidet ihr beide unbewusst Verbindlichkeit.

  4. Die Suche nach Anerkennung

    Du suchst dir Partner, die dich kleinhalten, kritisieren oder dich nie ganz annehmen. Der innere Glaubenssatz dahinter: „Ich bin nicht genug.“


👉 Übung für dich:

Nimm dir ein Blatt Papier. Schreibe deine letzten 3 Beziehungen auf. Notiere:


  • Wie hat die Beziehung begonnen?

  • Woran ist sie gescheitert?

  • Welche Gefühle haben sich wiederholt?


Oft erkennst du hier ein Muster, das sich wie ein roter Faden durchzieht.



Warum es so schwer ist, auszubrechen


Selbst wenn wir merken, dass wir uns immer wieder falsch verlieben – wir wiederholen es. Warum?


  • Das Gehirn liebt Gewohnheit. Auch wenn sie schmerzhaft ist, sie ist vertraut.

  • Tiefe Wunden brauchen Heilung. Unbewusst suchen wir Partner, die „den Eltern-Job zu Ende bringen sollen“.

  • Gesunde Liebe fühlt sich ungewohnt an. Wenn dir jemand Respekt, Ehrlichkeit und Sicherheit gibt, wirkt es anfangs langweilig – einfach, weil dein Nervensystem Drama gewohnt ist.



Der Ausweg: Wie du das Muster durchbrichst


Es gibt einen Weg. Er ist nicht leicht – aber er verändert dein Leben.


1. Bewusstsein schaffen


Alles beginnt mit Erkenntnis. Frage dich:


  • Welche Muster erkenne ich in meiner Liebesgeschichte?

  • Wen zieht es mich an – und warum?


👉 Erkenntnis ist der erste Schritt, aber kein Grund zur Selbstverurteilung.



2. Alte Wunden heilen


Das kann durch Therapie, Coaching, Journaling oder innere Arbeit geschehen.


  • Vergib dir selbst für vergangene Entscheidungen.

  • Lerne, deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

  • Arbeite mit deinem inneren Kind – gib dir selbst, was du damals gebraucht hättest.



3. Gesunde Grenzen lernen


Grenzen sind keine Mauern, sondern Türen. Lerne klar zu sagen:


  • „Das tut mir nicht gut.“

  • „Ich möchte so nicht behandelt werden.“


👉 Mit jeder Grenze, die du setzt, machst du Platz für gesündere Menschen in deinem Leben.



4. Verliebe dich in Authentizität, nicht in Drama


Stell dir Fragen wie:


  • Fühle ich mich bei dieser Person sicher?

  • Kann ich so sein, wie ich bin?

  • Respektiert mich diese Person auch in Konflikten?


Wenn du diese Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, ist das die wahre Form von Liebe.



5. Geduld mit dir selbst


Muster sind hartnäckig. Sei liebevoll mit dir, wenn du Rückschritte machst. Heilung ist ein Prozess, kein Sprint.



Kleine Praxis-Übung für den Alltag


Setze dich heute Abend hin und schreibe folgende Sätze auf – und beantworte sie ehrlich:


  • „Ich verdiene eine Beziehung, die …“

  • „Ich sage Nein zu …“

  • „Mein nächster Partner darf …“

  • „Ich selbst verspreche mir, dass ich …“


👉 Wenn du diese Sätze laut liest, wirst du spüren, wie dein System langsam umprogrammiert wird.



Der Wendepunkt: Deine Geschichte kann sich ändern


Wir verlieben uns in die Falschen, solange wir hoffen, dass jemand anderes unsere inneren Wunden heilt.


Doch der Moment, in dem du dich entscheidest, dich selbst nicht mehr zu verraten, ist der Moment, in dem sich alles verändert.


💡 Wahre Anziehung entsteht nicht, wenn du perfekt bist – sondern wenn du mutig genug bist, authentisch zu sein und deine Bedürfnisse klar zu leben.


Die Frage ist also nicht mehr: „Warum treffe ich immer den Falschen?“

Die eigentliche Frage lautet:

👉 Wann bist du bereit, den Richtigen in dir selbst zu finden – damit der Richtige im Aussen überhaupt Platz in deinem Leben hat?



👉 Und jetzt du:

Hast du schon erlebt, dass du immer wieder in dieselbe Beziehungsfalle tappst?

Schreib deine Geschichte in die Kommentare – du wirst sehen: du bist nicht allein. ❤️


Deine Daniela

Coach & Mentor für Liebe, Beziehung & Sexualität

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